Bereits zum fünften Mal war die Luftpistolen-Bundesliga beim Schützenverein Hitzhofen-Oberzell zu Gast. Am vergangenen Wochenende verwandelte sich die Sporthalle Hitzhofen in einen Hexenkessel der Konzentration: Unter lautstarken Anfeuerungsrufen der Fans lieferten sich die besten Schützen Deutschlands packende Duelle, bei denen es um Präzision, mentale Stärke und wichtige Punkte in der Tabelle ging.
Starker Auftakt gegen Hambrücken – knappe Niederlage
Zum ersten Wettkampf am Samstagabend empfing das Hitzhofener Team die Schützen des SV Hambrücken. Ein Gegner, der bereits im Vorjahr souverän ins Bundesliga-Finale einzog und auch heuer wieder zu den Mitfavoriten zählt. Doch auch die Hitzhofener Mannschaft um Trainerduo Walter Sbarra und Doris Schneider will in dieser Saison ganz vorne mitmischen.
Für den SVHHO traten an: Neuzugang Matteo Mastrovalerio auf Position 1, Nationalmannschaftsschütze Paul Fröhlich auf Position 2, Stefan Negler auf Position 3, Nils Strubel auf Position 4 und Andrea Fröhlich auf Position 5.
Im Spitzenduell bekam es Mastrovalerio mit keinem Geringeren als Robin Walter zu tun – dem amtierenden Deutschen Meister, der in der Bundesliga kaum Schwächen zeigt. Mastrovalerio bot eine starke Leistung und erzielte 383 Ringe, musste sich aber knapp mit 383:386 geschlagen geben. Auch Paul Fröhlich erwischte keinen optimalen Tag und verlor sein Duell mit 373:378 gegen Eduard Baumeister.
Für Jubel bei den heimischen Fans sorgte Stefan Negler: Mit souveränen 373:362 Ringen gegen Hugo Fries holte er den ersten Einzelpunkt. Da jedoch sowohl Nils Strubel (367:377 gegen Celina Becker) als auch Andrea Fröhlich trotz hervorragender 380 Ringe (gegen 375) unterlagen, ging das Mannschaftsduell am Ende knapp mit 2:3 verloren. Ein Ergebnis, das trotz der Niederlage Mut machte – die Hitzhofener boten den Hambrückenern Paroli.
Emotionaler Sonntag gegen Rekordmeister Waldenburg
Am zweiten Wettkampftag wartete der Rekordmeister Schützengilde Waldenburg auf die Oberbayern. Das Hitzhofener Trainerduo setzte dabei auf eine veränderte Aufstellung: Für Nils Strubel rückte Sarah Paul ins Team. Rund 200 Zuschauer sorgten für Gänsehautstimmung in der Halle, als Andrea Fröhlich erneut ihre Nervenstärke unter Beweis stellte. Mit 378:373 Ringen gewann sie das erste Duell souverän und brachte Hitzhofen mit 1:0 in Führung. Sarah Paul erwischte einen guten Start, musste sich aber am Ende knapp mit 368:372 gegen Noah Mauler geschlagen geben. Auch Stefan Negler unterlag erstmals in dieser Saison – 362:364 gegen einen stark auftrumpfen-den Waldenburger Gegner.
Für ein Ausrufezeichen sorgte dann Paul Fröhlich. Nach seiner schwächeren Leistung am Vortag meldete er sich eindrucksvoll zurück und siegte mit 383:359 deutlich gegen Florian Peter. Für besondere Fairness sorgte dabei sein Gegner: Ein Fehlschuss blieb wegen des lautstarken Publikums unbemerkt, doch Peter meldete diesen selbst – ein starkes Zeichen für Sportsgeist und Respekt.
Mastrovalerio sichert den Heimsieg
Beim Stand von 2:2 lag die Entscheidung in den Händen von Matteo Mastrovalerio. Er traf auf Doreen Vennekamp, die „Weltschützin des Jahres 2023“. In einem hochklassigen Duell behielt der Hitzhofener Neuzugang die Nerven und gewann mit 380:375 Ringen. Der Jubel der Zuschauer kannte keine Grenzen – Hitzhofen feierte einen 3:2-Sieg gegen den Rekord-meister.
Mit diesem Erfolg klettert das Team in der Tabelle nach oben und steht nun punktgleich mit Waldenburg auf Rang sechs bzw. sieben. Die Liga präsentiert sich in dieser Saison besonders ausgeglichen: Nur ein einziger Sieg trennt die Teams von der Tabellenspitze.
Blick nach vorne
„Wir können auf jeden Fall viel Positives und vor allem eine richtig gute Stimmung mit nach München nehmen“, sagte Trainer Walter Sbarra nach dem Wettkampf. In zwei Wochen ste-hen die nächsten Herausforderungen an: In München trifft Hitzhofen auf die SGI Ludwigs-burg und den ESV Weil am Rhein – beide Teams liegen aktuell noch vor den Hitzhofenern. Mit der gezeigten Leistung, dem starken Teamgeist und der fantastischen Unterstützung der Fans im Rücken darf sich das Team berechtigte Hoffnungen auf weitere Siege machen.
